Hallische Heiratsgeschichten

Wie kann ich mich einbringen?

Welchen Beruf haben die eigenen Vorfahren im 19. Jahrhundert in Halle ausgeübt? Und wen hat die Kaufmannstochter oder der Handwerker geheiratet? Das können Bürgerinnen und Bürger in einem neuen Citizen-Science-Projekt der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg (MLU) und des Vereins für Computergenealogie herausfinden. Dafür sollen Daten aus Kirchenbüchern der Mariengemeinde und der St.-Georgen-Gemeinde in Halle aus dem 19. Jahrhundert erfasst werden. Ziel ist es, mehr über den gesellschaftlichen Wandel und die soziale Klassenbildung in der Zeit zu erfahren und die Daten für die Ahnenforschung zur Verfügung zu stellen.

Ahnenforschung ist beliebt und greift immer häufiger auf digitale Datenbanken zurück, wie sie beispielsweise der Verein für Computergenealogie bereitstellt. Dabei gibt es bereits regelmäßigen Austausch mit Historikerinnen und Historikern, die Daten online bereitstellen oder nutzen. Interessierte müssen längst nicht mehr selbst in die Archive und Bibliotheken gehen.

Im neuen Citizen-Science-Projekt "Hallische Heiratgsgeschichten" sollen entsprechende Daten ab 1820 erfasst werden. “Die Kirchenbücher sind ab dem 19. Jahrhundert wesentlich umfangreicher, da Halle seitdem stark gewachsen ist”, sagt Moeller, die Leiterin des Projekts. Um auch diesen Datenschatz zu erfassen, ist sie auf Hilfe aus der Bevölkerung angewiesen. In einer Datenbank können Interessierte selbst eintragen, wer wann wen geheiratet hat und welchen Beruf die Eheleute hatten. Als Quelle dienen digitalisiert vorliegende Kirchenbücher der Mariengemeinde, heute Marktgemeinde, und der St. Georgen-Gemeinde von 1820 bis 1900.

Die Daten fließen anschließend unter anderem in die Promotion von Moritz Müller vom Institut für Geschichte ein. Sein Fokus liegt dabei auf den sozialen Netzwerken im 19. Jahrhundert. “Wir wollen schauen, zwischen welchen Familien sich soziale Kontakte entwickelt haben”, erklärt er. Für die Forschenden ist deswegen auch die Erfassung der Berufe wichtig. So können sie sehen, wen beispielsweise die Tochter eines Handwerkers oder eines Kaufmanns heiratete. “Frauen haben oft berufsgebunden geheiratet, weil sie selbst keinen Beruf erlernen konnten”, sagt Katrin Moeller. Im 19. Jahrhundert habe sich das aber langsam geändert, ebenso wie sich die Gesellschaft insgesamt veränderte. Da die Daten im Internet frei zur Verfügung gestellt werden, können sie darüber hinaus für weitere Forschungsprojekte oder für die eigene Ahnenforschung genutzt werden.

Weitere Informationen unter: https://blogs.urz.uni-halle.de/heiraten/

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